First Input Delay (FID): Abgelöst durch INP
FID war bis März 2024 ein Core Web Vital. Was FID gemessen hat, warum Google es durch INP ersetzt hat und welche Grenzwerte heute gelten.
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First Input Delay (FID) war eine Kennzahl von Google, die gemessen hat, wie lange ein Browser braucht, um auf die erste Interaktion eines Nutzers zu reagieren – etwa auf einen Klick oder ein Tippen. Am 12. März 2024 hat Google FID als Core Web Vital durch Interaction to Next Paint (INP) ersetzt.
Was hat FID gemessen?
FID erfasste die Zeit zwischen der ersten Eingabe eines Nutzers und dem Moment, in dem der Browser begann, diese Eingabe zu verarbeiten. War der Browser gerade mit dem Laden oder Ausführen von JavaScript beschäftigt, musste die Eingabe warten – die Seite fühlte sich träge an. Als gut galt ein Wert von höchstens 100 Millisekunden.
Warum wurde FID durch INP ersetzt?
FID hatte zwei Schwächen: Es betrachtete nur die erste Interaktion und davon nur die Wartezeit bis zum Start der Verarbeitung. Wie lange es danach dauerte, bis tatsächlich etwas auf dem Bildschirm passierte, blieb unberücksichtigt. Viele Seiten erreichten deshalb gute FID-Werte, obwohl sie sich im Gebrauch langsam anfühlten.
INP misst dagegen alle Klicks, Tipps und Tastatureingaben während des gesamten Besuchs – jeweils bis zur nächsten sichtbaren Reaktion. Gemeldet wird einer der langsamsten Werte. So bildet INP die tatsächliche Reaktionsfähigkeit einer Seite deutlich besser ab.
| FID (bis März 2024) | INP (aktuell) | |
|---|---|---|
| Gemessene Interaktionen | Nur die erste | Alle während des Besuchs |
| Gemessene Zeit | Nur die Wartezeit bis zur Verarbeitung | Wartezeit, Verarbeitung und Darstellung |
| Grenzwert „gut“ | bis 100 ms | bis 200 ms |
Welche Core Web Vitals gelten heute?
| Kennzahl | Misst | Gut | Schlecht |
|---|---|---|---|
| Largest Contentful Paint (LCP) | Ladezeit des größten sichtbaren Elements | bis 2,5 s | über 4 s |
| Interaction to Next Paint (INP) | Reaktionszeit auf Interaktionen | bis 200 ms | über 500 ms |
| Cumulative Layout Shift (CLS) | Visuelle Stabilität beim Laden | bis 0,1 | über 0,25 |
Bewertet wird jeweils der Wert, den mindestens 75 Prozent der Seitenaufrufe erreichen. Grundlage sind echte Nutzerdaten aus Chrome, nicht nur Labormessungen.
Wie verbessert man INP?
- Lange Aufgaben aufteilen: JavaScript, das den Browser länger als 50 Millisekunden blockiert, sollte in kleinere Schritte zerlegt werden.
- Weniger JavaScript laden: Nicht benötigte Bibliotheken entfernen und Skripte erst laden, wenn sie gebraucht werden (Lazy Loading).
- Drittanbieter-Skripte prüfen: Tracking, Chat-Widgets und Werbeskripte sind häufige Bremsen.
- Sofort sichtbar reagieren: Zeigen Sie nach einem Klick unmittelbar eine Rückmeldung, etwa einen Ladezustand, und erledigen Sie aufwendige Arbeit danach.
- Große Änderungen am Seitenaufbau vermeiden: Wenn ein Klick viele Elemente neu berechnen lässt, dauert die Darstellung länger.
Wie misst man die Core Web Vitals?
- PageSpeed Insights: zeigt echte Nutzerdaten und Labormessungen für eine URL.
- Google Search Console: der Bericht zu den Core Web Vitals fasst die Werte der gesamten Website zusammen.
- Chrome DevTools: helfen, langsame Interaktionen gezielt zu finden.
Häufige Fragen
Spielt FID heute noch eine Rolle?
Nein. Google hat FID vollständig durch INP ersetzt, und die Tools von Google weisen FID nicht mehr aus. Wer ältere Berichte mit FID-Werten hat, sollte stattdessen INP prüfen.
Ist ein guter FID-Wert auch ein guter INP-Wert?
Nicht unbedingt. Viele Seiten mit gutem FID haben ein INP-Problem, weil sie zwar schnell reagieren, aber lange brauchen, bis die Reaktion sichtbar wird.
Fazit
FID ist Geschichte, die Frage dahinter nicht: Wie schnell reagiert eine Seite, wenn Nutzer mit ihr arbeiten? INP beantwortet sie ehrlicher. Gerade bei interaktiven Inhalten wie Rechnern und Klickstrecken entscheidet eine gute Reaktionszeit darüber, ob Nutzer bis zum Ende dabeibleiben. Weitere Grundlagen finden Sie in den Einträgen zu Pagespeed und technischem SEO.