Google Ads werden teurer: Warum die Klickpreise steigen – und was jetzt wirklich hilft

Klickpreise steigen in fast allen Branchen, im Rechtsmarkt um bis zu 35 Prozent. Was aktuelle Studien zeigen, wie sich E-Commerce, Dienstleister und B2B unterscheiden und wie spezialisierte Kampagnen die Kosten pro Kunde senken.

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Inhalt 10 Abschnitte
  1. Wie stark die Preise gestiegen sind
  2. Nicht jede Branche ist gleich betroffen
  3. Warum die Klickpreise steigen
  4. Unsere Erfahrung: Performance Max ist billiger – aber nicht immer besser
  5. Unsere Strategie: Spezialisierung statt Breite
  6. Rechenbeispiel: Teurere Klicks, günstigere Anfragen
  7. Was Werbetreibende jetzt tun sollten
  8. Häufige Fragen
  9. Fazit
  10. Quellen
Google Ads werden teurer: Warum die Klickpreise steigen – und was jetzt wirklich hilft

Wer Google Ads schaltet, merkt es an der Rechnung: Klicks werden teurer – in fast allen Branchen. In unseren eigenen Kampagnen im Verkehrs- und Arbeitsrecht sind die Klickpreise in Suchkampagnen innerhalb eines Jahres teilweise um bis zu 15 bis 35 Prozent gestiegen, und internationale Studien bestätigen den Trend. Die gute Nachricht: Teurere Klicks bedeuten nicht automatisch teurere Kunden – wenn man an den richtigen Stellen ansetzt. Unsere Beispiele stammen aus dem Rechtsmarkt, die Prinzipien gelten aber weit darüber hinaus.

Wie stark die Preise gestiegen sind

Die bekannteste Langzeitstudie ist der Benchmark-Report von WordStream by LocaliQ, der 2026 in der zehnten Ausgabe erschienen ist. Er wertet Tausende Such-Kampagnen in Google Ads und Microsoft Ads aus, allerdings aus dem US-Markt. Die wichtigsten Zahlen:

Kennzahl20252026
Durchschnittlicher Klickpreis, alle Branchen5,26 US-Dollar5,42 US-Dollar
Durchschnittliche Conversion-Rate7,52 %8,18 %
Durchschnittliche Kosten pro Lead70,11 US-Dollar66,69 US-Dollar
Klickpreis Anwälte und Rechtsdienstleistungen–9,87 US-Dollar (höchster Wert aller Branchen)

Über zehn Jahre betrachtet hat sich der durchschnittliche Klickpreis laut LocaliQ mehr als verdoppelt: von 2,32 US-Dollar im Jahr 2016 auf 5,42 US-Dollar im Jahr 2026.

Eine zweite Auswertung des Anbieters Ryze AI kommt auf andere absolute Werte – im Schnitt 2,96 US-Dollar pro Klick in der Suche, im Rechtsmarkt 6,75 US-Dollar –, bestätigt aber die Richtung: rund 12 Prozent Anstieg über alle Branchen, 14 Prozent im Rechtsmarkt - und das im Vergleich zum Vorjahr.

Nicht jede Branche ist gleich betroffen

Wie teuer ein Klick ist und wie stark er sich verteuert, hängt vor allem davon ab, was ein Kunde wert ist und wie viele Anbieter um dieselben Suchbegriffe konkurrieren:

MarktWas die Studien zeigenWas das bedeutet
Recht und BeratungHöchste Klickpreise aller Branchen, laut LocaliQ 9,87 US-DollarEin Mandat ist viel wert – entsprechend hoch wird geboten. Entscheidend ist die Qualität der Anfrage.
Lokale DienstleistungenHohe Preise und starke Anstiege, etwa bei persönlichen Dienstleistungen um rund 23 ProzentWenige Anbieter pro Region kämpfen um dieselben Suchanfragen.
ImmobilienStärkster Anstieg im LocaliQ-Report mit rund 27 ProzentAuch bei mittleren Klickpreisen können sich Kosten schnell verschieben.
E-CommerceNiedrigste Klickpreise, laut Ryze AI 1,16 US-Dollar in der SucheGeringere Margen pro Bestellung – hier zählt vor allem der Umsatz pro Werbe-Euro (ROAS).
B2B und SoftwareMittlere Klickpreise mit stetigem AnstiegLange Entscheidungswege: Erfolg zeigt sich oft erst Wochen nach dem Klick.

Für Onlineshops gelten deshalb teils andere Regeln als für Anbieter, die Anfragen gewinnen wollen. Dort stehen Produktdaten, Warenkorbwerte und der ROAS im Mittelpunkt, bei Dienstleistern dagegen die Qualität der einzelnen Anfrage.

Warum die Klickpreise steigen

  1. Mehr Wettbewerb: In vielen Märkten bieten immer mehr Anbieter auf dieselben Suchbegriffe – im Rechtsmarkt etwa Kanzleien, Legal-Tech-Anbieter und Portale. Wo ein einzelner Kunde viel wert ist, steigen die Gebote schnell.
  2. Automatisierte Gebote: Gebotsstrategien wie „Conversions maximieren“ bieten in Echtzeit und reizen Budgets oft voll aus. Je mehr Werbetreibende automatisch bieten, desto höher steigen die Preise in der Auktion.
  3. Weniger organische Klicks: KI-Übersichten in der Google-Suche beantworten viele Fragen direkt. Branchenanalysen nennen das als einen Grund, warum Unternehmen mehr Budget in Anzeigen verlagern – mehr dazu im Eintrag zu AI Overviews.
  4. Breitere Ausspielung: Weitgehend passende Keywords und Kampagnentypen wie Performance Max erschließen mehr Suchanfragen – auch solche, die nur entfernt mit dem Angebot zu tun haben.

Unsere Erfahrung: Performance Max ist billiger – aber nicht immer besser

Mit Performance Max lassen sich oft günstigere Klickpreise erreichen. Der Grund liegt in der Ausspielung: Die Kampagnen laufen nicht nur in der Suche, sondern auch in Discover, auf YouTube und im Display-Netzwerk. Dort sind Klicks billiger – führen in unserer Erfahrung aber häufig zu Anfragen mit geringerer Qualität. Wer zufällig ein Video sieht, hat ein anderes Anliegen als jemand, der gerade „Kündigung erhalten, was tun“ sucht.

Auszuschließende Keywords lassen sich inzwischen auch in Performance Max hinterlegen. In der Praxis kommt man damit aber kaum hinterher: Die Suchbegriffe variieren stark und sind oft sehr lang. Im Lead-Geschäft setzen wir Performance Max deshalb nur gezielt ein – und nie ohne sauberes Tracking, das zwischen guten und schwachen Anfragen unterscheidet.

Im E-Commerce kann das anders aussehen: Mit einem gepflegten Produktfeed und echten Umsatzwerten hat der Algorithmus klare Signale, und die breite Ausspielung über Shopping, YouTube und Display ist oft genau das Ziel. Die Frage ist also nicht, ob Performance Max gut oder schlecht ist, sondern ob die Kampagne erkennen kann, was für Ihr Geschäft wirklich ein Erfolg ist.

Unsere Strategie: Spezialisierung statt Breite

Statt wenige breite Kampagnen auf allgemeine Begriffe wie „Anwalt Arbeitsrecht“ zu fahren, setzen wir ganz spezialisierte Kampagnen für bestimmte Suchanliegen auf. Das Prinzip funktioniert in jeder Branche, ein Beispiel aus dem Arbeitsrecht: Wer nach „Kündigung nach 10 Jahren Betriebszugehörigkeit“ sucht, landet genau auf einer Landingpage, die dieses Thema behandelt – mit Kündigungsfristen, möglicher Abfindung und dem nächsten Schritt.

Das wirkt an drei Stellen gleichzeitig:

  • Höhere Relevanz: Suchbegriff, Anzeige und Zielseite passen exakt zusammen. Das verbessert die Anzeigenqualität und damit die Position in der Auktion.
  • Bessere Conversion-Rate: Wer sofort die Antwort auf seine konkrete Frage findet, fragt eher an.
  • Qualifiziertere Anfragen: Das Anliegen ist schon vor dem Kontakt klar – die Kanzlei kann schneller einschätzen, ob das Mandat passt.

Im Onlineshop entspricht das einer Kampagne pro Produktgruppe mit passender Kategorieseite statt einer Kampagne für das ganze Sortiment, im B2B einer eigenen Landingpage für jeden konkreten Anwendungsfall.

Rechenbeispiel: Teurere Klicks, günstigere Anfragen

Breite KampagneSpezialisierte Kampagne
Klickpreis5,00 Euro6,50 Euro (+30 %)
Conversion-Rate5 %8 %
Kosten pro Anfrage100,00 Euro81,25 Euro

Das Beispiel ist bewusst vereinfacht, zeigt aber das Prinzip: Ein höherer Klickpreis kann sich lohnen, wenn mehr Besucher zu passenden Anfragen werden. Genau diesen Effekt zeigen auch die LocaliQ-Daten – steigende Klickpreise, aber sinkende Kosten pro Lead, weil die Conversion-Raten gestiegen sind.

Was Werbetreibende jetzt tun sollten

  1. Spezialisierte Kampagnen aufbauen: Konkrete Anliegen mit eigener Anzeigengruppe und eigener Landingpage abdecken.
  2. Suchanfragen wöchentlich prüfen: Den Suchbegriffbericht auswerten und Negative Keywords konsequent pflegen – etwa „Jobs“, „Gehalt“, „Ausbildung“ oder „Muster“.
  3. Landingpages als Antwort bauen: Die Frage in den ersten Sätzen beantworten, dann erklären, dann den nächsten Schritt anbieten.
  4. Anfragen qualifizieren: Wer Leads gewinnt, bekommt mit einer Klickstrecke und wenigen gezielten Fragen Anliegen mit Kontext statt „Bitte um Rückruf“.
  5. Auf echte Ergebnisse optimieren, nicht auf Klicks: Onlineshops übergeben Umsatzwerte, Dienstleister melden aus dem CRM zurück, welche Anfragen zu Kunden oder Mandaten wurden. Dann lernt die Gebotsstrategie, was wirklich zählt – mehr dazu im Eintrag zur Conversion.
  6. Performance Max passend einsetzen: Im Lead-Geschäft für Kernbegriffe auf Suchkampagnen setzen und Performance Max nur ergänzend nutzen, im E-Commerce mit sauberem Produktfeed und Umsatzwerten.
  7. Unabhängiger werden: Wer zusätzlich in der organischen Suche und in KI-Antworten sichtbar ist, muss nicht jeden Kontakt teuer einkaufen – mehr dazu im Artikel „Wer die Antworten besitzt, gewinnt die Suche von morgen“.

Häufige Fragen

Was kostet ein Klick in Deutschland?

Das hängt stark von Branche, Region und Wettbewerb ab – im Rechtsmarkt zusätzlich vom Rechtsgebiet. Belastbare Werte liefert nur der eigene Google-Ads-Account oder eine Schätzung im Keyword-Planer. Die US-Studien zeigen vor allem den Trend, nicht die deutschen Preise.

Sind höhere Klickpreise ein Zeichen für schlechte Kampagnen?

Nicht unbedingt. Entscheidend sind die Kosten pro Anfrage oder Bestellung und vor allem pro gewonnenem Kunden. Ein teurer Klick, der zu einem passenden Auftrag führt, ist mehr wert als viele billige Klicks ohne Ergebnis.

Lohnt sich Google Ads überhaupt noch?

Ja, wenn Kampagnen, Zielseiten und Messung zusammenpassen. Wer dagegen breit wirbt und auf die Startseite leitet, zahlt die steigenden Preise doppelt.

Fazit

Die Klickpreise in Google Ads steigen in fast allen Branchen, im Rechtsmarkt besonders deutlich. Wer darauf nur mit mehr Budget reagiert, verliert. Wer spezialisiert, passende Zielseiten baut und auf echte Ergebnisse statt Klicks optimiert, kann die Kosten pro Kunde trotz teurerer Klicks senken – im Onlineshop genauso wie in der Kanzlei. Wie das im Lead-Geschäft konkret aussieht, beschreibe ich ausführlich im Artikel „Mandate statt Klicks“. Und wenn Sie Ihr Konto einmal von außen prüfen lassen möchten: Auf unserer Seite zu Google Ads finden Sie den Konto-Check.

Quellen

Oliver Godolt
Strategie, Paid Search & Skalierung

Oliver Godolt

Geschäftsführer und Mitgründer von Leadsleader. Schreibt über Google Ads, Lead-Gewinnung, Legal Tech und skalierbare Prozesse.

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