HTTP-Statuscode 301: Dauerhafte Weiterleitung richtig nutzen
Der HTTP-Statuscode 301 zeigt an, dass die angeforderte Ressource dauerhaft zu einer neuen URL verschoben wurde
Inhalt 9 Abschnitte
Der HTTP-Statuscode 301 („Moved Permanently“) teilt Browsern und Suchmaschinen mit, dass eine Seite dauerhaft unter einer neuen Adresse zu finden ist. Besucher landen automatisch am neuen Ziel, und Suchmaschinen übertragen die Signale der alten Adresse auf die neue.
Wann eine 301-Weiterleitung nötig ist
- Neue Adresse für einen Inhalt, etwa nach einer Umbenennung oder einem Relaunch.
- Domainwechsel oder Umstellung von http auf https.
- Zusammengeführte Inhalte: Mehrere ähnliche Seiten werden zu einer starken Seite.
- Einheitliche Schreibweise: etwa Kleinschreibung statt Großbuchstaben in der Adresse.
Geht bei einer Weiterleitung Linkkraft verloren?
Lange hieß es, eine 301-Weiterleitung koste einen Teil des Linkwerts. Google hat das schon vor Jahren richtiggestellt: Weiterleitungen führen nicht zu einem Verlust von PageRank. Wichtig ist allein, dass das Ziel thematisch wirklich passt. Eine Weiterleitung auf eine unpassende Seite – etwa pauschal auf die Startseite – wertet Google dagegen häufig wie eine gelöschte Seite.
Weiterleitungen im Vergleich
| Code | Bedeutung | Einsatz |
|---|---|---|
| 301 | Dauerhaft verschoben | Der Standard für Umzüge und Relaunches |
| 308 | Dauerhaft verschoben, Anfragemethode bleibt erhalten | Technische Sonderfälle, etwa bei Formularen und Schnittstellen |
| 302 / 307 | Vorübergehend verschoben | Kurzfristige Aktionen oder Wartung – die alte Adresse bleibt im Index |
So richten Sie eine 301-Weiterleitung ein
Auf Apache-Servern in der .htaccess:
# Einzelne Seite
RewriteRule ^alte-seite/?$ https://www.beispiel.de/neue-seite/ [R=301,L]
# Ganzer Bereich mit gleicher Struktur
RewriteRule ^ratgeber/(.*)$ https://www.beispiel.de/wissen/$1 [R=301,L]
Content-Management-Systeme bieten dafür meist eigene Einstellungen oder Erweiterungen.
Unsere Erfahrungen aus dem Relaunch
Beim Relaunch von leadsleader.de haben wir über 2.000 alte Adressen per 301 neu zugeordnet – Stadtseiten, alte Kurse und umbenannte Glossar-Einträge. Drei Regeln haben sich bewährt:
- Jede alte Adresse in einem Schritt ans Ziel: Ketten über mehrere Weiterleitungen kosten Zeit und Crawling.
- Reihenfolge beachten: Liegen alte Ordner noch auf dem Server, müssen Weiterleitungen vor der Auslieferung echter Dateien greifen.
- Vorsicht bei Groß- und Kleinschreibung: Eine Regel, die nicht zwischen beiden unterscheidet, kann eine Schleife erzeugen, wenn alte und neue Adresse sich nur darin unterscheiden.
Weiterleitungen testen
- Mit dem Befehl
curl -I https://www.beispiel.de/alte-seite/– die Antwort zeigt Statuscode und Ziel. - Mit Online-Werkzeugen wie httpstatus.io, auch für viele Adressen auf einmal.
- Mit der Google Search Console: Die URL-Prüfung zeigt, wie Google die Adresse sieht.
Häufige Fehler
- 302 statt 301 für einen dauerhaften Umzug.
- Ketten und Schleifen zwischen mehreren Regeln.
- Alles auf die Startseite statt auf passende Nachfolger.
- Interne Links nicht angepasst: Die eigene Website verlinkt weiter auf die alten Adressen.
- Sitemap enthält alte Adressen – siehe XML-Sitemap.
Fazit
Die 301-Weiterleitung ist das wichtigste Werkzeug, um bei Umzügen und Relaunches Besucher und Rankings mitzunehmen. Passende Ziele, keine Ketten und ausreichend lange Laufzeit sind dabei entscheidend. Wann eine Seite stattdessen ehrlich als entfernt gelten sollte, erklärt der Eintrag zum Statuscode 404.


