Google Ads für Kanzleien: Was kostet eine Anfrage wirklich?
Klickpreis, Conversion Rate, Budget: So rechnen Kanzleien aus, was eine Mandatsanfrage über Google Ads kostet – mit Beispielrechnungen und den Stellschrauben, die den Preis pro Anfrage senken.
Inhalt 10 Abschnitte

„Was kostet uns eine Mandatsanfrage über Google?“ Eine pauschale Antwort gibt es nicht, weil Klickpreise je nach Rechtsgebiet, Region und Wettbewerb stark schwanken. Die Rechnung dahinter ist aber einfach. Wer sie einmal verstanden hat, kann jede Kampagne selbst bewerten und weiß, an welcher Stelle sich Geld sparen lässt.
Die Rechnung: Budget, Klickpreis, Conversion Rate
Für die Kosten pro Anfrage brauchen Sie nur drei Werte:
- Budget: Was Sie im Monat an Google zahlen.
- Klickpreis (CPC): Was ein Klick auf Ihre Anzeige im Durchschnitt kostet.
- Conversion Rate: Welcher Anteil der Besucher eine Anfrage absendet.
Daraus ergeben sich drei Schritte:
| Schritt | Formel | Beispiel |
|---|---|---|
| Klicks | Budget ÷ Klickpreis | 1.500 € ÷ 6 € = 250 Klicks |
| Anfragen | Klicks × Conversion Rate | 250 × 6 % = 15 Anfragen |
| Kosten pro Anfrage | Budget ÷ Anfragen | 1.500 € ÷ 15 = 100 € |
Das Budget kürzt sich dabei heraus: Die Kosten pro Anfrage hängen nur von Klickpreis und Conversion Rate ab. Mehr Budget bringt mehr Anfragen, macht die einzelne Anfrage aber nicht billiger. Die Werte im Beispiel sind die Startwerte für Kanzleien aus unserem Google-Ads-Kosten-Rechner. Sie sind Richtwerte zum Ausprobieren, keine Garantie.
Warum Klickpreise im Recht so unterschiedlich sind
Google versteigert jede Anzeigenposition in Echtzeit. Wie viel ein Klick kostet, hängt nicht nur vom Gebot ab, sondern auch davon, wie gut Anzeige und Zielseite zur Suchanfrage passen. Google fasst das im Qualitätsfaktor zusammen. Er setzt sich laut Google aus der erwarteten Klickrate, der Anzeigenrelevanz und der Nutzererfahrung mit der Landingpage zusammen (Google-Ads-Hilfe: Qualitätsfaktor).
Für Kanzleien kommen drei Faktoren dazu:
- Rechtsgebiet: Je mehr Kanzleien auf dieselben Suchbegriffe bieten, desto teurer wird der Klick.
- Region: In Großstädten bieten meist mehr Kanzleien als auf dem Land.
- Suchabsicht: Suchen wie „Anwalt Kündigung Düsseldorf“ sind teurer als allgemeine Fragen wie „Wie lange ist die Kündigungsfrist?“, weil hier klar ein Auftrag dahintersteht.
Ihre tatsächlichen Klickpreise sehen Sie vorab im Keyword-Planer von Google Ads. Dort steht zu jedem Suchbegriff das „Gebot für obere Seitenposition“ als niedriger und hoher Bereich. Das ist ein guter erster Anhaltspunkt für Ihr Rechtsgebiet und Ihre Region.
Drei Rechenbeispiele
Die folgenden Beispiele sind ausdrücklich Beispielrechnungen mit angenommenen Werten. Sie zeigen, wie stark sich einzelne Stellschrauben auswirken. Budget jeweils 1.500 € im Monat.
| Fall | Klick | Conversion | Pro Anfrage |
|---|---|---|---|
| A | 6 € | 3 % | 200 € |
| B | 6 € | 6 % | 100 € |
| C | 9 € | 10 % | 90 € |
„Klick“ ist der angenommene Klickpreis, „Pro Anfrage“ die Kosten pro Anfrage. Bei 1.500 € Budget sind das 7,5 Anfragen in Fall A, 15 in Fall B und rund 17 in Fall C.
Beispiel C ist der interessante Fall: Obwohl der Klick dort 50 % teurer ist als in A und B, ist die Anfrage am günstigsten. Eine Seite, die überzeugt, gleicht einen hohen Klickpreis mehr als aus. Umgekehrt hilft der günstigste Klick nichts, wenn die Besucher auf der Seite nicht weiterwissen.
Von der Anfrage zum Mandat
Nicht jede Anfrage wird ein Mandat. Rechnen Sie deshalb einen Schritt weiter: Wenn aus jeder dritten Anfrage ein Mandat wird, kostet ein Mandat in Beispiel B 300 € Werbebudget. Ob sich das lohnt, hängt davon ab, was ein typisches Mandat in Ihrem Rechtsgebiet einbringt. Im Rechner können Sie dafür Abschlussquote und Wert eines Mandats eintragen.
Wichtig dafür ist sauberes Conversion-Tracking. Nur wenn Google weiß, welche Klicks zu Anfragen geführt haben, kann die Kampagne gezielt auf Anfragen optimieren statt auf Klicks.
Der größte Hebel: die Seite nach dem Klick
Beim Klickpreis haben Sie wenig Spielraum, den setzt der Markt. Bei der Conversion Rate haben Sie fast alles selbst in der Hand. Was dabei am meisten bringt:
- Die Frage sofort beantworten: Wer „Kündigung erhalten, was tun?“ sucht, will oben auf der Seite eine Antwort lesen, nicht die Kanzleigeschichte.
- Eine Seite pro Anliegen: Die Anzeige zur Kündigung führt auf eine Seite zur Kündigung, nicht auf die Startseite.
- Klickstrecke statt leerem Formular: Wenige kurze Fragen per Klick senken die Hürde und liefern der Kanzlei gleich die Angaben für eine erste Einschätzung.
Wie das konkret aussieht, hat Oliver Godolt im Artikel Mandate statt Klicks beschrieben. Bei unseren Google-Ads-Kampagnen optimieren wir deshalb immer auch die Zielseite mit.
Was berufsrechtlich zu beachten ist
Auch in Google Ads gilt für Anwältinnen und Anwälte § 43b BRAO: Werbung ist nur erlaubt, soweit sie über die berufliche Tätigkeit in Form und Inhalt sachlich unterrichtet und nicht auf die Erteilung eines Auftrags im Einzelfall gerichtet ist (§ 43b BRAO). Für Anzeigentexte heißt das: sachlich bleiben, keine Erfolgsversprechen und keine reißerischen Formulierungen. Das ist eine allgemeine Information und keine Rechtsberatung. Im Zweifel klären Sie Formulierungen mit Ihrer Rechtsanwaltskammer.
Google Ads oder Anfragen über Portale?
Google Ads liefert Anfragen, solange Budget läuft. Hört die Kampagne auf, hören auch die Anfragen auf. Portale und eigene Ratgeberseiten bauen dagegen Sichtbarkeit auf, die bleibt, brauchen aber länger. Für viele Kanzleien ist die Kombination sinnvoll: Google Ads für die schnellen, konkreten Anfragen und Inhalte, die in Google und KI-Antworten dauerhaft gefunden werden. Mehr dazu auf unseren Seiten zum Kanzleimarketing und zur Lead-Agentur.
Selbst ausrechnen
Mit unserem kostenlosen Google-Ads-Kosten-Rechner stellen Sie Budget, Klickpreis und Conversion Rate selbst ein und sehen sofort Klicks, Anfragen und Kosten pro Anfrage. Ohne Anmeldung, alle Eingaben bleiben in Ihrem Browser.
Häufige Fragen
Wie viel Budget braucht eine Kanzlei für Google Ads?
Ein festes Mindestbudget gibt es bei Google nicht. Für Kampagnen, die auf Anfragen optimiert werden, empfehlen wir aber mindestens rund 1.000 € im Monat. Darunter kommen zu wenige Daten zusammen, um eine Kampagne sinnvoll zu optimieren.
Was ist eine gute Conversion Rate für eine Kanzlei?
Eine allgemeingültige Zahl gibt es nicht, sie hängt stark von Rechtsgebiet, Suchbegriffen und Zielseite ab. In unserem Rechner setzen wir für Kanzleien 6 % als Startwert an. Liegt Ihre Conversion Rate deutlich darunter, lohnt sich ein Blick auf die Zielseite meist mehr als auf die Gebote.
Kann ich den Klickpreis senken?
Ja, vor allem über den Qualitätsfaktor: Anzeigen, die genau zur Suchanfrage passen, und eine Zielseite, die die Frage beantwortet. Dazu kommen Negative Keywords, die unpassende Suchanfragen ausschließen.
Zahle ich für jede Anfrage oder für jeden Klick?
Bei Google Ads zahlen Sie in der Regel pro Klick, nicht pro Anfrage. Die Kosten pro Anfrage sind deshalb eine Rechengröße, die Sie selbst im Blick behalten müssen.
Fazit
Was eine Mandatsanfrage über Google Ads kostet, lässt sich mit drei Zahlen ausrechnen. Den Klickpreis bestimmt weitgehend der Markt, die Conversion Rate bestimmen Sie selbst. Wer die Seite nach dem Klick verbessert, senkt die Kosten pro Anfrage oft stärker als mit jeder Gebotsstrategie. Wenn Sie wissen möchten, wie das für Ihre Kanzlei aussieht, sprechen Sie uns an.
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