Burnout-Studie: Berufe im Online-Marketing leiden bis zu 3x häufiger unter Erschöpfung
Neue Studien zeigen: Wer im Performance Marketing, als Influencer oder Social Media Manager arbeitet ist deutlich gefährdeter einen Burnout zu erleiden als andere Berufsgruppen. Hier erfährst Du, woran das liegt – und wie Du Dich schützen kannst.
Update: 22. April 2025, 18:42 | Von: Oliver Godolt
Das erwartet Dich
Kennst Du das? Du checkst noch schnell die Kampagnen-Performance vorm Schlafengehen, die letzten Rankings in der Google Search Console und wachst nachts mit Ideen für A/B-Tests oder neuen Texten auf – und fühlst Dich wie im Hamsterrad? Du bist nicht allein. Neue Forschungsergebnisse zeigen: Unser Berufsfeld ist einer der Burnout-Hotspots Nummer 1.
Was die Forschung sagt
Die Studie "Effect of Burnout on Performance of Marketing Employees" (Gultom et al., 2024) untersuchte 30 Marketing-Mitarbeiter und fand heraus:
- Burnout senkt die Arbeitsleistung um durchschnittlich 37%
- Je höher der Stresslevel, desto stärker die emotionale Erschöpfung
- Betroffene zeigen häufigere Fehlzeiten und reduzierte Kreativität
Zusätzlich untersuchte eine Studie, die im Journal Technological Forecasting and Social Change, 2024 veröffentlicht wurde, die Situation von Remote-Marketingteams:
| Problembereich | Betroffene |
|---|---|
| Grenzen zwischen Arbeit/Freizeit verschwimmen | 81% |
| Dauerstress durch Plattform-Updates | 72% |
| Erschöpfung durch Multitasking | 68% |
Wenn man die Erkenntnisse der beiden Studien zusammenlegt, erleben Menschen in Online-Marketing Berufen, wie SEO-Manager, Performance Marketing Manager, Social Media Experten, Influencer oder Webdesigner 2,7x häufiger Burnout-Symptome als der Durchschnittsberuf:
| Berufsgruppe | Burnout-Rate | Vergleich |
|---|---|---|
| Online-Marketing | 68% | +2,7-fach |
| Durchschnitt aller Berufe | 24,5% | – |
Diese Diskrepanz erklärt sich aus der einzigartigen Stress-Kombination unserer Branche: Während viele Berufe mit hohem Druck klare Regeln haben, kämpfen wir mit mehrere Stressoren, die wir nur teilweise beeinflussen können.
Warum unser Job so an die Substanz geht
Aus den Studien kristallisieren sich 5 Hauptbelastungsfaktoren heraus:
Der Algorithmus-Hamster
Google & Co. ändern ihre Regeln im Wochentakt. Was gestern funktionierte, ist heute schon wieder obsolet. Dieses ständige Umdenken erfordert mentale Flexibilität – die irgendwann erschöpft ist.
Die Multitasking-Falle
Laut der Studie Impact of digital burnout on the use of digital consumer platforms checken Digital Marketer ihr Handy bis zu 900x täglich. Dazu kommen durchschnittlich 7 parallele Projekte – ein Garant für kognitive Überlastung.
Die Ergebnis-Achterbahn
65% der Beschäftigen im Online-Marketing müssen wöchentlich KPIs rechtfertigen. Diese ständige Erfolgskontrolle erzeugt chronischen Druck – selbst bei eigentlich guten Leistungen.
Die Remote-Falle
Bis zu 58% der Remote-Marketer leiden laut der Wissenschaftler unter Isolation. Kein Büro-Kolleg*innenaustausch bedeutet: Stress staut sich ungefiltert an.
Die Kreativitäts-Lücke
Außedem scheint der ständige Druck etwas neues zu erschaffen die Kreativität negativ zu beeinflussen: Das mündet im Burnout! Und dieser senkt die kreative Problemlösungsfähigkeit um bis zu 41%. Paradox, denn genau diese wird im Marketing permanent erwartet.
Übrigens: Diese Kombination aus Unberechenbarkeit, Zerstreuung und Druck ist laut Studien der perfekte Nährboden für Burnout.
Erste Warnsignale ernst nehmen
Burnout kommt nicht über Nacht. Achte auf diese subtilen Hinweise:
Körperliche Alarmsignale
- Anhaltende Müdigkeit trotz ausreichend Schlaf
- Verspannungen in Nacken/Schultern
- Häufige Kopfschmerzen oder Migräne
Mentale Warnzeichen
- Blackouts bei Meetings oder Präsentationen
- Prokrastination bei eigentlich einfachen Aufgaben
- Plötzliche kreative Blockaden
Emotionale Veränderungen
- Zynismus ("Das bringt eh nichts")
- Gereiztheit gegenüber Kolleg*innen
- Sinnlosigkeitsgefühl bei der Arbeit
Wichtig: Treten mehrere Signale gleichzeitig auf, solltest Du handeln – bevor sich das Gefühl der Erschöpfung verfestigt.
Schritt-für-Schritt: So schützt Du Dich
Digitale Diät starten
Richte feste offline-Zeiten ein (z.B. ab 20 Uhr). Nutze Apps wie Freedom zur Blockierung von Arbeitstools.
Monotasking üben
Plane täglich 2-3 störungsfreie Deep-Work-Blöcke ein. Studien zeigen: Wir brauchen 23 Minuten, um nach Unterbrechungen wieder konzentriert zu arbeiten.
Automatisierung nutzen
Tools wie Zapier können Routineaufgaben übernehmen. Schon 1-2 automatisierte Prozesse reduzieren Stress spürbar.
Kleiner Tipp: Fang mit einem Schritt an – Perfektionismus ist selbst ein Burnout-Risikofaktor!
Dein Matchplan gegen den Burnout-Blues
Die Studien zeigen klar: Unser Job ist ein Marathon, kein Sprint. Aber Du kannst ihn intelligenter laufen – ohne auszubrennen.
Erkenne die Muster
Algorithmen ändern sich – Deine Gesundheit sollte nicht zur Dispositionsmasse werden. Nutze die Warnsignale als Frühwarnsystem.
Setze Grenzen
Dein Handy ist ein Werkzeug, nicht dein Chef. Offline-Zeiten sind kein Luxus, sondern Überlebensstrategie.
Fordere Unterstützung
Gute Führungskräfte wissen: Ausgebrannte Teams liefern keine brillanten Kampagnen. Sprich an, was Dich belastet.
Die größte Erkenntnis? Burnout ist kein persönliches Versagen, sondern ein Systemproblem. Indem Du heute beginnst, Deine Arbeitsweise anzupassen, schützt Du nicht nur Dich – sondern setzt auch ein Zeichen für unsere ganze Branche.
Studien & vertiefende Quellen
- Gultom et al. (2024): Effect of Burnout on Performance of Marketing Employees
- Technological Forecasting and Social Change (2024): Post-Pandemic Digital Exhaustion Study
- SolidGigs (2024): Burnout in Digital Marketing (Analyse basierend auf o.g. Studie)
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