Studie: So verändern AI Overviews das Suchverhalten im Rechtsmarkt


846.000 Google-Suchsitzungen zeigen: Mit AI Overviews vergleichen Nutzer länger, bevor sie klicken – auch bei der Suche nach Ihrer Kanzlei.

09. Juli 2026, 09:53 | Von: Oliver Godolt


Eine Rechtsanwältin betrachtet Google-Suchergebnisse mit KI-Übersicht auf einem Laptop-Bildschirm
Eine neue Auswertung von 846.000 Google-Suchsitzungen zeigt: Mit AI Overviews bleiben Nutzer deutlich länger auf der Ergebnisseite.

Studie zu AI Overviews: Warum ein Klick auf Ihre Kanzlei-Website länger dauert als früher

Eine neue Auswertung von rund 846.000 Google-Suchsitzungen aus den USA zeigt: Sobald eine KI-Übersicht (AI Overview) auf der Ergebnisseite erscheint, verändert sich das Verhalten der Suchenden grundlegend. Sie bleiben länger auf Google, lesen mehr, scrollen öfter zurück – und klicken erst nach deutlich gründlicherer Abwägung. Für Kanzleien, die auf organischen Suchverkehr angewiesen sind, hat das direkte Konsequenzen.

Was wurde untersucht?

Die Analyse stammt von ClickStream Solutions und basiert auf anonymisierten Klickstream-Daten von Surfer SEO aus den Monaten Februar und März 2026. Erfasst wurden nicht nur Klicks, sondern auch Mausbewegungen, Scrollverhalten und Verweildauer auf der Ergebnisseite – also das, was reine Ranking- oder Klickdaten normalerweise nicht sichtbar machen.

Befund 1: Mit KI-Übersicht bleiben alle Sucharten plötzlich gleich lange auf Google

Ohne KI-Übersicht unterscheidet sich die Verweildauer stark je nach Suchart. Bei einer klassischen Suche nach einer bestimmten Marke oder Website (navigational) waren nach 21 Sekunden nur noch 12 Prozent der Nutzer aktiv auf der Seite – sie hatten sie in der Regel längst verlassen, vermutlich um direkt auf die gesuchte Seite zu klicken. Erscheint jedoch eine KI-Übersicht, steigt dieser Wert auf 46 Prozent. Über alle Suchtypen hinweg (informativ, lokal, transaktional, navigational, Video) gleichen sich die Werte mit KI-Übersicht auf ein enges Band zwischen rund 42 und 49 Prozent an.

Befund 2: Selbst Marken-Suchen werden zur ausführlichen Recherche

Besonders bemerkenswert ist der Effekt bei sogenannten navigationalen Suchen – wenn jemand direkt den Namen einer Marke oder Kanzlei in Google eingibt, um auf deren Website zu gelangen. Diese Suchenden galten bislang als besonders schnell und zielgerichtet. Mit KI-Übersicht verändert sich das: Die Streuung der Mausbewegung über die Seite steigt von 8 auf 27,5 Prozent. Nutzer, die eigentlich schon wissen, wohin sie wollen, lassen sich also dennoch stärker auf der Ergebnisseite aufhalten.

Befund 3: Nutzer scrollen deutlich häufiger zurück

Ein weiteres Muster: Mit KI-Übersicht kehren Nutzer öfter zu bereits gesehenen Inhalten zurück. Der Anteil der Nutzer, die während einer Suche mindestens einmal die Scrollrichtung umkehren, steigt von 51 auf 59 Prozent. Noch deutlicher zeigt sich der Effekt bei denjenigen, die zurückscrollen: Bei ihnen entfällt mit KI-Übersicht fast die Hälfte (47,5 Prozent) der gesamten Scrollbewegung auf das Zurückscrollen – ohne KI-Übersicht sind es nur 27 Prozent. Bei navigationalen Suchen ist der Sprung noch größer: von 23 auf 44 Prozent.

Wichtige Zahlen im Überblick

Die folgende Tabelle fasst die zentralen Kennzahlen der Studie zusammen:


Kennzahl Ohne KI-Übersicht Mit KI-Übersicht
Aktive Nutzer nach 21 Sek. (navigational) 12 % 46 %
Streuung der Mausbewegung (navigational) 8 % 27,5 %
Nutzer mit Scroll-Richtungswechsel 51 % 59 %
Anteil Rückwärts-Scrollen (gesamt) 27 % 47,5 %
Anteil Rückwärts-Scrollen (navigational) 23 % 44 %

Datenbasis: 846.000 anonymisierte Google-Suchsitzungen aus den USA, Februar/März 2026. Quelle: ClickStream Solutions / Surfer SEO.


FAQ zur AI-Overview-Studie

Die wichtigsten Fragen zur Studie und ihren Auswirkungen auf einen Blick:


1. Was ist ein AI Overview bei Google?

Ein AI Overview ist eine von Google KI-generierte Zusammenfassung, die bei bestimmten Suchanfragen oberhalb der klassischen Suchergebnisse angezeigt wird und die Frage direkt auf der Ergebnisseite beantwortet.


2. Bedeutet das, Nutzer klicken seltener auf Websites?

Die Studie misst in erster Linie die Verweildauer und das Verhalten auf der Ergebnisseite, nicht direkt die Klickrate. Die Daten zeigen aber, dass Nutzer sich mehr Zeit für ihre Entscheidung nehmen und Angebote gründlicher vergleichen, bevor sie überhaupt klicken.


3. Betrifft das auch Suchen nach dem eigenen Kanzleinamen?

Ja, sogar besonders stark. Laut Studie zeigen gerade navigationale Suchen – also die direkte Suche nach einem Marken- oder Kanzleinamen – die deutlichsten Verhaltensänderungen, wenn eine KI-Übersicht erscheint.


4. Was bedeutet das konkret für die Auffindbarkeit einer Kanzlei-Website?

Da Nutzer die Ergebnisseite gründlicher lesen und öfter zu bereits gesehenen Einträgen zurückkehren, gewinnen Title-Tag und Meta-Description an Bedeutung. Ein klar formulierter, spezifischer Suchtreffer wird zum Unterscheidungsmerkmal gegenüber austauschbaren, generischen Beschreibungen.


Tipps: Was Kanzleien aus dieser Studie mitnehmen sollten


Title-Tag und Meta-Description konkret statt generisch formulieren

Da Nutzer laut Studie mehrere Einträge vergleichen, bevor sie klicken, lohnt sich eine präzise, unterscheidbare Formulierung – etwa mit Rechtsgebiet, Standort oder einem klaren Leistungsversprechen, statt generischer Phrasen wie „Kanzlei für Recht in Deutschland".


Eigene Marken-Sichtbarkeit nicht als selbstverständlich betrachten

Dass Nutzer bei der Suche nach dem eigenen Kanzleinamen künftig zuverlässig und schnell direkt durchklicken, lässt sich laut den Daten nicht mehr voraussetzen. Eine gepflegte, aussagekräftige Darstellung in den Suchergebnissen bleibt auch bei Marken-Suchen relevant.


Inhalte so aufbauen, dass sie eine gründliche Prüfung überstehen

Da Nutzer laut Studie länger verweilen und Inhalte mehrfach durchgehen, sollten die wichtigsten Informationen einer Kanzlei-Website – Rechtsgebiete, Standort, Kontaktmöglichkeiten – klar erkennbar und nicht erst nach langem Suchen auffindbar sein.


Fazit: Die Suchergebnisseite entscheidet stärker als je zuvor

Die Studie liefert einen datengestützten Beleg dafür, dass sich die Suche grundlegend verändert: Weg vom schnellen Klick auf das erste Ergebnis, hin zu einem Verhalten, das von Vergleichen, Zurückscrollen und gründlicher Abwägung geprägt ist. Das gilt den Daten zufolge selbst dann, wenn jemand eigentlich schon genau weiß, wonach er sucht.

Für Kanzleien bedeutet das: Die Zeiten, in denen ein Ranking allein für zuverlässigen Traffic sorgte, sind vorbei. Wie ein Suchtreffer aussieht und was er in Kürze verspricht, wird zum entscheidenden Faktor, ob ein Nutzer nach dem Vergleichen tatsächlich klickt.


Quellen:
[1] Search Engine Journal: 846,000 Google Searches Reveal How AI Overviews Are Changing User Behavior
[2] Leadsleader: Google Suche 2026 – das neue KI-Suchfeld erklärt

Leadsleader ist eine spezialisierte Online-Marketing Agentur in den Bereichen SEO, SEO Beratung und Google Ads. Wir steigern die Sichtbarkeit Ihrer Website und reduzieren Ihre Google Ads Kosten. Zusätzlich bieten wir praxisnahe Live-Webinare an.


Autor

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Oliver Godolt

Performance Marketing Experte

Oliver ist ein erfahrener Google Ads- und Performance-Marketing-Experte mit 20 Jahren Erfahrung. Er schreibt über aktuelle News, Google Updates und branchenspezifische Trends. Sein Fokus liegt darauf, Unternehmen dabei zu unterstützen, ihre Werbekosten zu senken und mehr qualifizierte Kunden zu gewinnen.



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